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Thiotimoline?

Philipp sagt:

Dies ist eigentlich kein Blogeintrag, sondern mehr eine Bitte: Hat irgendjemand “The Endochronic Properties of Resublimated Thiotimoline”, geschrieben von einem gewissen Isaac Asimov im Jahre 1948?

Hier die Hintergrundgeschichte:
Asimov, den meisten bekannt durch seine Kurzgeschichten (wobei ich persönlich die Robotergeschichten liebe) oder durch die Foundation-Trilogie, war auch Biochemiker.
1947 bereitete er sich auf seine Dissertation vor, schrieb jedoch schon seit 9 Jahren professionell Romane und Geschichten. Asimov hatte Angst, sein Erzählungs-Schreibstil könnte in den Wissenschafts-Schreibstil übergreifen und ihm die Dissertation versauen.

Also schrieb er “The Endochronic Properties of Resublimated Thiotimoline” um wieder in den benötigten Stil zu rutschen. Bei diesem Essay/Artikel/Paper handelt es sich um eine komplett erfundene Veröffentlichung über den Stoff Thiotimolin (Eindeutschung von mir), der so löslich ist, dass er sich bereits 1,12 Sekunden bevor der Stoff in Wasser gelöst werden soll anfängt sich aufzulösen.

Dies wird damit erklärt, dass zwei der vier Kohlenstoffbindungen in die Zeit selbst hineinragen; eine in die Vergangenheit, die andere in die Zukunft!
Herr Asimov publizierte den Fake-Artikel, komplett mit gefälschten Graphen und Tabellen, nicht in der Nature oder ähnlichem, sondern in Astounding Science Fiction – was wohl dazu beigetragen hat, dass ich das Ding heute nicht mehr finden kann – leider!
Zu gern würde ich den Text lesen. Also: Hat ihn jemand, oder weiß wo ich den Text bekommen kann?

Schön auch, dass Asimov den Artikel aus Angst vor seinen Prüfern unter Pseudonym veröffentlichen lassen wollte, was der Editor von Astounding Science Fiction aber einfach überging.
Die letzte Frage der Professoren in der mündlichen Prüfung zu seiner Dissertation musste dann natürlich auch über Thiotimolin sein – eine Frage, die Asimov anscheinend nur mit Stottern und Verwirrung beantworten konnte. Sagt jedenfalls die englische Wikipedia.
Ist doch schön, wenn jemand in Prüfungssituationen menschlich reagiert!

Edit: Internet zur Rettung!
Beide Thiotimolin-Paper wurden unter anderem Titel (”The Marvellous Properties of Thiotimoline” Part 1,2) in der Essaysammlung “Only a Trillion” 1957 veröffentlicht. Und wo gibts das? Natürlich im Internet Archive!

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2 Responses to “Thiotimoline?”

  1. Shin sagt:

    Leider nein, würde mich als Asimov-Fan aber auch interessieren ;-)

  2. phi1ipp sagt:

    Gibt auch nochn zweites, genauso interessantes Paper:
    “The Micropsychiatric Applications of Thiotimoline”

    Laut dem Paper ist Thiotimolin mehr oder weniger löslich, abhängig von der “willosity” der Person, die Thiotimolin auflösen will. Deshalb sind, wenn Menschen mit Multipler Persönlichkeitsstörung Thiotimolin auflösen wollen, manche Teile des Stoffes eher gelöst als andere :)
    Auch eine gute Idee.

    Edit: Alles was ich zur Quellenlage finden konnte:

    The Endochronic Properties of Resublimated Thiotimoline
    First Published In: Astounding Science Fiction, March 1948, pp. 120-125
    Collection:

    * The Early Asimov
    * Included in the non-fiction collection Only a Trillion, as “The Marvellous Properties of Thiotimoline, Part I”

    Anthologies:

    * The Analog Anthology #1, Stanley Schmidt, ed. Davis Publications, 1981, pp. 178-183
    * Shaggy B.E.M. Stories, Mike Resnick, ed. Nolacon Press, 1988, pp. 100-108

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